Die Erfahrung zeigt, dass Baupflichten allein nur beschränkt wirksam sind, sofern sie nicht durch geeignete flankierende Maßnahmen zur Marktförderung begleitet werden. Es ist entscheidend, in den jeweiligen Sektoren eine „kritische Masse“ zu erreichen, bei der eine ausreichende Marktnachfrage auf motivierte und qualifizierte Anbieter und Umsetzer trifft, wie dies z.B. schon im Ein- und Zweifamilienhausbereich der Fall ist. In zahlreichen Fällen haben Städte und Kommunen die Markteinführung der Solarthermie erfolgreich durch folgende Maßnahmen unterstützt:
- Schaffung fördernder politischer Rahmenbedingungen und eines positiven Investitionsklimas, Aufnahme von Solarthermie in das lokale Klimaschutzkonzept, langfristige Ziele setzen, Investitionssicherheit schaffen
- Förderung der Nachfrage, gezielte Ansprache von potenziellen Investoren (z.B. Hauseigner und Wohnungswirtschaft), Gewährung von Zuschüssen und Vergünstigungen, Beratungsangebote schaffen
- Kooperationen mit Marktakteuren, Fachhandwerk, Architekten, Planern eingehen, Qualifizierung derselben, Akquisitions- und Marketingunterstützung
- Öffentlichkeitsarbeit, Medienarbeit, Informationsmaterialien, Veranstaltungen, Imagegewinn nutzen
- Mit gutem Beispiel voran gehen: Nutzen Sie Solarthermie auf städtischen Gebäuden! Verpflichten Sie Ihre Kommune, bei Neubau und Sanierung kommunaler Gebäude Solarthermie zu nutzen.
Zielgerichtet fördern!
Der Anteil der Neubauten am Gebäudebestand in Deutschland beträgt nur ca. 1 %. Ohne Förderung dauert es ganze 80 Jahre, bis sich die Struktur des Gebäudebestandes erneuert – das ist zu langsam für den Klimaschutz.
Fördermaßnahmen sollten heute darauf abzielen, Bestandsgebäude im Mehrfamilienhausbereich und den Geschosswohnungsbau zu solarisieren: Die Potenziale sind weitgehend ungenutzt. Energetische Sanierungen sind ein günstiger Zeitpunkt, um Solarthermie zu integrieren! Auch Nah- und Fernwärmenetze bieten Möglichkeiten zur Einbindung großer Solaranlagen.
Neue Anwendungen wie solare Kühlung und solare Prozesswärme können bei der Markteinführung durch die Realisierung von Demonstrationsanlagen unterstützt werden.